Ich möchte ein Buch schreiben und AutorIn werden. Das klingt nach dem perfekten Neujahresvorsatz, um sich den Traum vom eigenen Buch endlich zu erfüllen. Da ist nur ein Haken:

Nur etwa 20 % aller guten Vorsätze werden tatsächlich eingehalten. Der Großteil davon wird am Jahresende einfach auf das nächste Jahr verschoben. Mit anderen Worten: Siehst du dein Buch nur als Neujahrsvorsatz, kannst du schon heute davon ausgehen, dass du es auch nächstes Jahr nicht schreiben wirst.

Es könnte dich überraschen, aber es hat nur selten etwas mit reiner Faulheit zu tun, dass du noch immer kein Buch geschrieben hast. Oft spielen Selbstzweifel, Versagensängste, eine falsche Zielsetzung und Überforderung eine große Rolle.

Aufgeschlagenes Notizbuch. Darin steht: Vorsätze für das neue Jahr:</p>
<p>1. gesündere Ernährung<br />
2. ein Buch schreiben<br />
3. Sport machen<br />
4. weniger Instagram<br />
5. mehr lesen

Keine Zeit zum Lesen? Am Ende des Beitrags findest du das YouTube-Video zu diesem Beitrag. Außerdem kannst du dir die Podcast-Folge auf Spotify und überall, wo es Podcasts gibt, anhören.

So wird dein Traum vom eigenen Buch Realität!

Das Problem mit den Neujahresvorsätzen beginnt oft schon bei der Formulierung. Stell dir vor, jemand sagt zu dir:

„Ich würde nächstes Jahr gerne ein Buch schreiben.“
oder
„Ich möchte nächstes Jahr gerne ein Buch schreiben.“

Traust du dieser Person zu, nächstes Jahr ein Buch zu schreiben? 

Diese Vorsätze sind nichts anderes als unkonkrete Wünsche, die bereits beim Verfassen schon unerreichbar geklungen haben müssen. Was aber wäre, wenn eine Person sagen würde: 

„Ich werde 2023 ein Buch schreiben.“
oder
„Ich schreibe 2023 ein Buch.“

Wem von den beiden würdest du eher zutrauen, nächstes Jahr ein Buch zu schreiben? Und welche von den beiden Personen glaubt wohl auch selbst daran, ihr Ziel zu erreichen?

Damit dein Traum vom AutorIn werden endlich wahr wird, musst du dir zuerst SMARTe Ziele setzen. Die richtige Formulierung spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn nur so vermeidest du Stress, Angst, Zweifel und Resignation.

Tafel mit Aufschrift.</p>
<p>Die ersten 3 Zeilen sind durchgestrichen:<br />
Ich würde<br />
Ich möchte<br />
Ich könnte</p>
<p>Die letzte Zeile ist nicht durchgestrichen:<br />
Ich werde

Das Problem mit dem NaNoWriMo

Der National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo, wird von vielen AutorInnen jedes Jahr im November aufs Neue bestritten. Das Ziel: 50.000 Wörter in 30 Tagen (= 1.667 Wörter pro Tag) schreiben. 2021 nahmen knapp 430.000 Schreibende daran teil. 

Mit den falschen Zielen beim Buch schreiben erntest du Enttäuschung, Unmut, Stress, Lustlosigkeit, Angst, Frust, Selbstzweifel und Enttäuschung

Der NaNoWriMo motiviert Menschen weltweit dazu, endlich ihr Buch zu schreiben. Doch Fakt ist: Es gibt jedes Jahr viele Schreibende, die am NaNoWriMo scheitern. Menschen, denen der Stress zu viel wurde, denen privat etwas dazwischenkam, wie ein krankes Kind oder zu viel Arbeit im Brotjob. Werdende AutorInnen, denen der NaNoWriMo einfach zu viel war, oder die sich von Wortzahlen anderer demotivieren lassen haben.

Einige davon werden einen neuen Versuch im nächsten November wagen, andere haben ihre Motivation verloren und dafür Selbstzweifel entwickelt. Sie reden sich ein, nicht gut genug zu sein, um ein Buch zu schreiben. Oder haben einfach nur Angst vor einem erneuten Scheitern. 

Bevor du also am NaNoWriMo teilnimmst und im schlimmsten Fall die Lust und den Spaß am Schreiben verlierst, solltest du unbedingt überprüfen, ob die Teilnahme am NaNoWriMo ein SMARTes Ziel für dich ist. 

Zum Buch schreiben SMARTe Ziele setzen

Das Besondere an SMART-Zielen ist, dass sie tatsächlich erreicht werden. Das liegt an deren Formulierung und den 5 Kriterien, die die Ziele erfüllen müssen.

SMART ist ein Akronym für:

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Attraktiv
  • Realistisch
  • Terminiert

George T. Doran, ein Berater für Unternehmensplanung, stellte das SMART-Prinzip 1981 in seinem Artikel „There’s a SMART way to write managements’s goals and objectives“ erstmalig vor. Die SMART-Methode geht dabei auf das MBO-Konzept (Management by Objectives) von Peter Drucker zurück, das er in seinem 1954 veröffentlichtem Buch „The Practice of Management“ beschrieb.

Mittlerweile gibt es verschiedene Varianten der SMART-Methode, bei denen das Akronym SMART auch für andere als die oben genannten Eigenschaften stehen kann.

SMART-Methode, um Ziele zu setzen<br />
Akronym aufgeschlüsselt

Ein Ziel sollte so spezifisch wie möglich sein

Formulierst du ein Ziel, musst du dabei so spezifisch wie möglich sein. Es reicht nicht zu sagen, dass es dein Ziel ist, ein Buch zu schreiben. Lege in deinem Ziel genau fest, was du schreiben möchtest.

Nicht:
„Ich schreibe ein Buch.“

Sondern:
„Ich schreibe die Rohfassung meines Liebesromans.“

Falls du bereits mehrere Buch-Ideen im Kopf hast, solltest du außerdem spezifizieren, welches deiner Bücher du schreiben wirst.

Dein Ziel muss messbar sein

Egal, wie spezifisch dein Ziel auch ist: Ist es nicht messbar, bringt es dich auch nicht zwingend weiter. Denn nicht-messbare Ziele sind schwammig formuliert und unkonkret. Sie laden uns dazu ein, uns selbst zu hintergehen.

Nicht:
„Ich werde jeden Tag an meinem Buch schreiben.“

Sondern:
„Ich werde jeden Tag 500 Wörter an meinem Buch schreiben.“

Legst du keine genaue Wortanzahl oder Zeitspanne fest, hättest du dein Ziel theoretisch erreicht, sobald du auch nur ein Wort an deinem Roman geschrieben hättest. Achte also auf die Messbarkeit, bei der Formulierung der Ziele. Es muss einen Punkt geben, an dem du dein Ziel definitiv und ganz klar erreicht hast. Lege also in deinem Ziel einen Wert fest, an dem du genau das erkennst.

Ist dein Ziel, ein Buch zu schreiben, für dich attraktiv?

Nicht nur dein nächstes Date sollte aus deiner Sicht attraktiv sein, sondern auch dein Ziel. Es muss dich motivieren und begeistern, damit du nicht aufgibst, weil es kurz schwierig wird. Du musst hinter deinem Ziel stehen und es wirklich erreichen wollen.

Hast du dir das Schreiben eines Buches nur auf die To-do-Liste gepackt, weil ein anderer ein Buch geschrieben hat, wirst du kaum den Willen haben, es auch wirklich durchzuziehen. Du brauchst einen Grund für dein Ziel. Hast du eine Geschichte im Kopf, die endlich aufs Papier gebracht werden muss? Willst du Menschen mit deinem Buch helfen? 

Frage dich: Was ist dein Warum?

Nur realistische Ziele sind auch erreichbare Ziele

Klingt logisch, oder? Trotzdem wird dieser Punkt bei der Zielsetzung häufig nicht beachtet. Das Ergebnis? Stress, Verzweiflung, Versagensängste, Panik und schließlich Resignation. Häufig begleitet von dem Satz: „Aber XY hat das doch auch geschafft!“

Du bist nicht XY. Du bist du. Und du hast ein anderes Leben als XY. Dein Ziel muss zu deinen Lebensumständen passen und kann sich daher gewaltig von dem Ziel von XY unterscheiden. Warum erzähle ich dir das Ganze?

Deine Lebensumstände haben einen großen Einfluss auf die Zeit, die du für das Schreiben an deinem Buch zur Verfügung hast. Hier mal ein Beispiel:

Person AB ist alleinerziehende Mutter, arbeitet 30 Stunden die Woche und kümmert sich nach der Arbeit um die Kinder. Sobald die Kinder im Bett sind, erledigt sie den Haushalt. Danach ist sie meistens zu müde, um sich noch an ihr Buch zu setzen.

Person XY arbeitet zwar 38 Stunden in der Woche, ist aber kinderlos. Sie lebt mit ihrem Partner zusammen in einer Wohnung und teilt sich die Haushaltsaufgaben mit ihm. Nach dem Abendessen setzt sich Person XY entspannt für eine Stunde an ihr Buch, während ihr Partner seinen Hobbys nachgeht. 

Würden sich AB und XY vornehmen, ein komplettes Buch in 3 Monaten zu schreiben, wäre das für AB alles andere als realistisch umsetzbar. Das Gleiche gilt für Ziele, die von Glück oder anderen von dir nicht beeinflussbaren Faktoren abhängig sind.

Dein Ziel muss terminiert sein

Um sicherzustellen, dass du auch wirklich in die Umsetzung kommst, benötigst du eine Deadline. Dein Ziel benötigt einen fest definierten Zeitpunkt, zu dem du es erreichen wirst. Ansonsten leidest du schnell an Aufschieberitis und prokrastinierst, statt zu schreiben

Formuliere dein Ziel also nicht so:
„Ich schreibe die Rohfassung meines Fantasy-Romans über Drachen, die für eine Richtigstellung ihrer Darstellung in Volksmärchen protestieren.“

Sondern so:
„Ich schreibe die Rohfassung meines Fantasy-Romans über Drachen, die für eine Richtigstellung ihrer Darstellung in Volksmärchen protestieren, bis zum 31.12.2023.“

Solltest du diese Idee übrigens nutzen wollen, darfst du das gerne. Wenn du mir zum Release des Buches Bescheid gibst, teile ich es gerne auf Instagram und verlinke es hier in meinem Blog.

Schreibjahr richtig planen

Das kommende Jahr wird das Jahr, in dem du endlich dein Buch schreibst. Zumindest wird es dein Ziel sein, wenn du bis hierher gelesen hast. Damit du dieses (hoffentlich mittlerweile SMARTe Ziel) erreichst, planen wir jetzt noch dein Schreibjahr.

Ein Buch zu schreiben ist mehr als Schreiben

Du hast dir sicherlich bereits gedacht, dass es mit dem Schreiben des Buches allein nicht getan ist. Vor dem Schreiben musst du zuerst den Plot, den roten Faden, deiner Geschichte erstellen. 

Die Überarbeitung deines Rohmanuskripts (Glaube mir, du wirst es überarbeiten müssen!) nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch, die du bei deiner Planung berücksichtigen musst.

Das Buch schreiben richtig planen

Nicht nur dein Ziel, sondern auch deine Planung muss natürlich realistisch sein. Du musst deine Lebensumstände, deine Schreibgeschwindigkeit und deine körperliche und psychische Gesundheit bei der Planung berücksichtigen. Vor allem, wenn du für ein komplettes Jahr planst.

Es ist vermutlich unrealistisch, dass du ein ganzes Jahr über, an 7 Tagen in der Woche 3 Stunden täglich Zeit zum Schreiben haben wirst. Eine halbe Stunde an 3 Tagen in der Woche klingt da schon deutlich realitätsnäher. Am besten schreibst du regelmäßig und entwickelst dafür eine Schreibroutine.

Eine Schreibroutine entwickeln

Von vielen AutorInnen gehasst und trotzdem empfohlen: die Schreibroutine. Bevor du jetzt nach Gründen suchst, weshalb eine Schreibroutine für dich niemals funktionieren wird, nutze deine Zeit lieber sinnvoll, indem du hier weiterliest. 

Eine Schreibroutine ist nichts anderes als regelmäßig ein gewisses Schreibziel zu erreichen. Damit kommst du nicht nur schneller mit deinem Buch voran, sondern verbesserst gleichzeitig auch noch deinen Schreibstil, deine Grammatik und deine Rechtschreibung.

„Das ist meine Schreibzeit. Ich schreibe täglich eine Stunde an meinem Roman. Wenn du das auch tun würdest, würde dein Blog vielleicht mal Sinn ergeben. Tagebücher von Serienmördern haben eine bessere Zeichensetzung.“

Zitat von Wednesday Addams, aus der Netflix-Serie "Wednesday"

Die perfekte Schreibroutine für dich

Nicht jeder kann sich täglich eine Stunde für das Schreiben reservieren. Passe deine Schreibzeit daher realistisch an dein Leben an. Achte dabei darauf, dir nicht zu viel vorzunehmen und dich so unter zu viel Druck zu setzen.

Einige, mich eingeschlossen, stresst die Vorstellung einer vorgeschriebenen Schreibzeit. Geht es dir ähnlich, kannst du dein Ziel auch messbar machen mit einer bestimmten Anzahl von:

  • Wörtern
  • Seiten
  • Absätzen

Entscheidest du dich für eine Seiten-Anzahl, lege zuvor das Format dieser Seiten fest. Geht es um DIN A5, DIN A4 oder Normseiten? Auch die Schriftart und -größe kann hier einen großen Unterschied machen und dich womöglich dazu bringen, dich selbst zu betrügen. 

Warum du täglich an deinem Buch schreiben solltest

Deine perfekte Schreibroutine sollte keinesfalls Stress bei dir verursachen. Sie ist ein Mittel zum Zweck und sollte daher als Hilfestellung und nicht als Qual angesehen werden. Daher empfehle ich dir:

Schreibe täglich. 

Ja, ich habe gerade gesagt, dass der Großteil meiner Leser vermutlich keine Stunde am Tag für das Schreiben reservieren können. Trotzdem sollten alle werdenden Autoren täglich schreiben. Mit meinem ultimativen Tipp wird die Umsetzung für dich zum Kinderspiel.

Mein ultimativer Tipp zur Schreibroutine

Beim NaNoWriMo liegt das Tagesziel bei 1.667 Wörtern. Was für einen Monat bereits schwer durchzuhalten ist, wird auf ein Jahr betrachtet lediglich dafür sorgen, dass du überhaupt nicht mehr schreibst. 

Mein Tipp: Setze dir kleine Ziele, die du schnell und leicht erreichen kannst.

Mein Schreibziel lag über ein Jahr lang bei schlappen 500 Wörtern pro Tag. Während einer besonders stressigen Lebensphase sogar nur bei 100 Wörtern pro Tag. Und obwohl 100 Wörter nach einem mickrigen Tagesziel klingt, hat es mich entscheidend weitergebracht. 

Meine Motivation war deutlich größer, nach einem anstrengenden Tag noch einmal den PC hochzufahren und mich an mein Manuskript zu setzen, als bei den vorhergehenden 500 Wörtern pro Tag. Denn 100 Wörter zu schreiben, ist einfach und geht relativ schnell. Die Hemmschwelle ist also deutlich niedriger und ich habe selten eine Ausrede gefunden, um keine Zeit für 100 Wörter zu haben.

Falls du dir unter der Wortanzahl (noch) nichts vorstellen kannst, wirf noch einmal einen Blick auf die vorhergehenden beiden Absätze. Zusammen bestehen sie aus exakt 100 Wörtern und waren in weniger als 10 Minuten geschrieben.

In diesem Fall habe ich darauf geachtet, den Satz exakt nach dem 100. Wort zu beenden und habe ihn daher entsprechend bearbeitet. Denn zuvor bestanden die Absätze aus 105 Wörtern. Worauf will ich hinaus?

Bist du gerade am Schreiben und kommst in den Schreib-Flow, wirst du nicht nach 100 Wörtern mitten im Satz aufhören, sondern weiterschreiben. Du wirst also mehr schaffen, als du dir vorgenommen hast. Gleichzeitig wirst du dich nach einem anstrengenden Tag leichter dazu motivieren können, noch schnell dein Schreibziel zu erreichen, da du weißt, dass es nicht lange dauern wird.

Setzt du meinen ultimativen Tipp um, wird deine Schreibroutine weder Panik, Stress noch Überforderung bei dir aufkommen lassen. Außerdem besiegst du so Schritt für Schritt deine Selbstzweifel und die Angst vor dem Versagen.

Mut zum Buch

Mut zum Buch ist nicht nur das Motto von Buchmut, sondern auch ein wichtiger Tipp, um das Ziel, dein Buch zu schreiben, endlich zu erreichen. Stehe mutig für dein Buch ein und teile dein Ziel.

Erzähle deiner Familie und deinen Freunden von deinem Ziel. Teile es auf Social-Media und markier mich gerne in deinem Post. Dein Ziel zu teilen dient dir als den Arschtritt, den du brauchst, um dich endlich hinzusetzen und zu schreiben. Gleichzeitig können Freunde und Familie so auf deine Schreibzeit Rücksicht nehmen und dich gegebenenfalls unterstützen. 

Auch ein Schreibbuddy kann eine tolle Unterstützung sein. Suche dir jemanden, der ebenfalls ein Buch schreiben möchte oder vielleicht sogar schon eines geschrieben hat. Ihr könnt euch gegenseitig unterstützen und motivieren, um euer Ziel zu erreichen.

Komm außerdem gerne auf meinen Discord-Server Buchmut. Auf dieser Plattform können sich (werdende) Autoren austauschen, einander helfen und sich einen Schreibbuddy suchen. Zudem gibt es die Möglichkeit, an Co-Writings teilzunehmen.

Hören statt Lesen: Buchmut Podcast Folge #1