Erfahrungen & Bewertungen zu Lektorin Christine Rödl

Nach vielen früheren Versuchen endlich die finale Rohfassung schreiben. Das ist mein Ziel. Und du kannst mich auf meinem Weg begleiten.

Vor ein paar Wochen habe ich in meinem Newsletter und hier auf dem Blog bereits von meinem alten Schreibprojekt „Unsterbliche Flamme“ erzählt, das ich wiederbeleben möchte. Letzte Woche folgte dann die Erwähnung davon im Drachentee-Podcast. Und jetzt fühle ich mich ein wenig in der Bringschuld. 

Darum möchte ich dir heute ein Update zu meinem Prozess geben und dir von meinen ersten Learnings dabei erzählen.

So komme ich voran:

Langsam. Sehr langsam. Zumindest kommt es mir aktuell so vor. Aber bevor ich jetzt mit Ausreden um mich werfe, erkläre ich dir erstmal, wie genau ich eigentlich vorgehe.

Von „Unsterbliche Flamme“ gibt es eine Vielzahl an Versionen (mehr dazu kannst du in diesem Blogartikel nachlesen). Darum habe ich beschlossen, mir erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Aber das war aufwendiger, als ich zunächst gedacht hatte. Denn leider hatte Vergangenheits-Chris nicht daran gedacht, die Versionen entsprechend zu nummerieren.

Aber irgendwann hatte ich es dann geschafft. Irgendwann hatte ich endlich den Großteil der Versionen auf meinem Ebookreader. Gerne würde ich jetzt so etwas schreiben wie, dass ich seitdem ganz fleißig darin gelesen habe. Aber das wäre gelogen. Und ich habe mir ja schließlich vorgenommen, ehrlich zu sein.

Aber wie sieht es denn nun aus? Wie weit bin ich denn nun wirklich gekommen? Also … Noch bin ich dabei, die erste Version von „Unsterbliche Flamme“ zu lesen. Nebenbei mache ich mir zu jedem Kapitel Notizen in einem eigens dafür angelegten Notizbuch.

Wie geht es mir damit?

Ich hasse es. Ich hasse es, dass es so lange dauert. Ich hasse es, dass ich noch lange nicht mit dem Schreiben anfangen kann. Und ich hasse es, dass ich weiß, dass ich gerade den richtigen Weg gehe und es keinen Sinn ergeben würde, mit dem Schreiben anzufangen, bevor ich nicht alle alten Versionen gelesen habe.

Eine Stimme in mir (vermutlich mein ADHS) kräht danach, endlich loszuschreiben. Und dieser Stimme jeden Tag von Neuem "Nein" zu sagen, ist alles andere als leicht. Denn mich durch Texte zu arbeiten, die dringend mehrere Überarbeitungsdurchgänge nötig hätten und die ich dazu noch selbst verbrochen habe, macht natürlich weniger Spaß als zu schreiben.

Aber damit das Ganze einen zusätzlichen Nutzen hat, möchte ich mit dir im Folgenden meine ersten drei großen Learnings teilen.

Meine ersten 3 Learnings

Learning 1: Und dann, während …

Was mir bereits auf den ersten Seiten der ersten Version von „Unsterbliche Flamme“ aufgefallen ist, war mein Fokus auf die zeitliche Verortung von Ereignissen. Innerlich habe ich jedes Mal aufgestöhnt, wenn ich schon wieder über ein „während“, „als“ oder „dann“ gestolpert bin. In den meisten Fällen war es noch nicht mal ansatzweise nötig, zu betonen, dass etwas hintereinander oder gleichzeitig stattfand. Vergangenheits-Chris sah das aber scheinbar anders.

Wieso ich dabei jedes Mal aufgestöhnt habe? Ganz einfach: Wann immer ich Wörter wie „dann“ oder „während“ benutzt habe, habe ich den Fokus darauf gelegt, wann etwas geschieht, und nicht darauf, was geschieht. Ich habe den Fokus von dem eigentlichen Geschehen abgelenkt. Und dabei war doch genau das, das Wichtige!

Heute weiß ich das zum Glück besser und würde es entsprechend anders schreiben. Und obwohl ich weiß, dass es nur eine Rohfassung ist und ich mich weiterentwickelt habe, hat es einige Kapitel gebraucht, bis ich zumindest halbwegs darüber hinweglesen konnte.

Learning 2: Weniger Monolog ist mehr

Monolog ist toll. Monolog macht Spaß. Vor allem beim Schreiben. Beim Lesen allerdings und beim Überarbeiten ist innerer Monolog meist so eine Sache. Eine Sache, die in der Regel immer gekürzt werden kann und sollte. Gegenwarts-Chris weiß das. Vergangenheits-Chris wusste das scheinbar nicht. Oder sie wollte es nicht wahrhaben. (Ich tippe auf Letzteres.)

Das Problem mit inneren Monologen ist, dass sie nicht selten sehr viel Raum einnehmen. Da werden Gefühle und ausschweifende Gedankengänge gezeigt, es wird versucht, Infodumping geschickt zu betreiben, und natürlich soll auf diese Art und Weise auch noch der oder die Prota besser vorgestellt werden. So oder so ähnlich sah vermutlich mein Plan damals aus. Ein Plan, der definitiv gescheitert ist. Und das nicht nur, weil ich damit immer mal wieder spannende Szenen pausiert habe.

Was lernen wir daraus? Weniger Monolog ist mehr. Und: Der Großteil der Informationen aus dem inneren Monolog lässt sich oft viel geschickter mit Show, don't tell zeigen.

Learning 3: Schreiben lernen ist ein Prozess

Ja, ich predige es immer und immer wieder. Und trotzdem vergesse ich es manchmal selbst: Schreiben lernt man nur vom Schreiben, und Schreiben lernen ist und bleibt ein Prozess. 

Warum ich dieses offensichtliche Wissen in die Auflistung gepackt habe? Weil ich gerade am Anfang sehr mit mir kämpfen musste, nicht verzweifelt aufzugeben. Denn was ich damals geschrieben habe, klingt heute für mich wirklich schrecklich. Aber das ist okay! Es zeigt, dass ich mich seitdem weiterentwickelt habe. Und zwar ziemlich stark. 

Es hat etwas gedauert, bis ich mich weniger auf das fokussieren konnte, was ich damals schlechter gemacht habe, und mehr darauf, was ich heute so viel besser weiß und kann. Der Qualitäts- und Wissenssprung, den ich gemacht habe, ist riesig. Und er ist so viel wichtiger als die Tatsache, dass ich damals nicht so gut schreiben konnte, wie heute. Und genau das im Hinterkopf zu behalten, während ich lese, ist bisher mein größtes und wichtigstes Learning. Bleibt nur zu hoffen, dass ich das nicht wieder vergesse.

Konntest du ein Learning aus meinem Blogartikel mitnehmen? Oder möchtest du selbst ein Learning teilen? Schreib es in die Kommentare!