„Sag mal, Henry, wie hast du eigentlich die Tanne in mein Haus bekommen?“, fragte ich, während die Kinder wieder mit Eifer an die Arbeit gingen. „Und wo hast du sie überhaupt her?“
„Ich habe mit Lars gesprochen. Der meinte, er würde mir ein Weihnachtsdekorationsbudget von 1.000 Euro zur Verfügung stellen, solange er damit keine Arbeit hat“, erklärte sie. „Also bin ich zu meinem Nachbarn gegangen. Der hat einen großen Wald. Ich hab ihn gefragt, ob er mir eine große Nordmanntanne verkaufen, hierher liefern und direkt aufstellen kann. Und weil wir Nachbarn sind, hat er das für 50 € und einen Kasten Bier gerne gemacht.“ 1.000 Euro für Dekoration. Für ein Fest, dass ich nicht mal feierte. War Laserian von allen guten Geistern verlassen worden?! Ich kämpfte mit meiner Selbstbeherrschung. Wenn ich jetzt anfangen würde zu knurren, würde das nur Probleme nach sich ziehen. Und davon hatte ich auch ohne christliches Fest bereits genug.
„Ich habe nicht ansatzweise alles davon ausgegeben“, versicherte mir Henry nun. Scheinbar sah man mir meine schlechte Laune an.
„Schon gut“, sagte ich so beherrscht, wie ich konnte. „Lars hat es sicherlich nur gut gemeint.“ Um ehrlich zu sein, bezweifelte ich das sehr.