Nachdem ich meine Tasche ins Schlafzimmer gebracht und die Waffen in den Schrank geräumt hatte, lief ich die Treppe wieder nach unten. Aus dem Tannenbaum heraus erklangen seltsame Geräusche und ich entdeckte Lilith, meine grau-schwarz-getigerte Katze, die darin ihr Unwesen trieb. Als sie mich bemerkte, kletterte sie geschickt nach unten und folgte mir in die Küche.
„Wie süß!“, rief das Mädchen. Vielleicht sollte ich Henry nach den Namen der beiden Kinder fragen.
„Sie heißt Lilith“, erklärte ich. „Benannt nach Lucifers Frau.“ Wenn wir schon mit der Geschichte angefangen hatten, dann konnte ich sie auch direkt noch vervollständigen.
„Darf ich sie streicheln?“, fragte das Mädchen höflich.
„Wenn sie dich lässt, gerne“, antwortete ich.
Vor Freude kichernd hüpfte das Mädchen von dem Stuhl und trat langsam und vorsichtig auf die beiden Katzen zu, die gerade Schulter an Schulter aus dem großen Napf fraßen. Kaum hatte sie Lilith berührt, sauste die Katze unter den Tisch. Lucifer hingegen schien sich an den Streicheleinheiten nicht zu stören, sondern fraß einfach weiter. Lilith war schon immer die Vorsichtigere und Schüchternere von den beiden gewesen. Es wunderte mich also nicht, dass sie sich auf meinen Schoß rettete. Dass sie dann jedoch weiter hinauf kletterte und sich nicht entscheiden konnte, auf welcher meiner Schultern sie sitzen wollte, nervte langsam aber sicher. Immerhin besaß sie die Höflichkeit mir ins Ohr zu schnurren.