Aus der Küche hörte ich, wie jemand ziemlich falsch ein Lied mit trällerte. Dreistimmig. Was bei allen Göttern war da in meiner Küche los? Ich stellte meine Tasche vorsichtig ab und überlegte kurz, ob ich nicht zumindest einen der Dolche in der Hand behalten sollte. Entschied mich jedoch dagegen. Eine der Stimmen gehörte ganz klar Henry.
Ich öffnete die Küchentür und stutzte. Henry rollte gerade einen Teig aus, während zwei Kinder auf Stühlen standen, und ihr dabei zusahen. Was hatten Kinder hier verloren?! Und alle zusammen sangen sie mit, während aus den Lautsprechern gerade In der Weihnachtsbäckerei ertönte. Meine Haushälterin hob den Kopf.
„Oh, hallo Cora! Sie sind zu früh! Die Weihnachtsplätzchen und die restlichen Vorbereitungen sind noch nicht fertig! Meine Enkel sind heute extra mitgekommen, um mir zu helfen!“
Weihnachten. Henry war also Christin. Und ich war hier mittendrin. Wohl wissend, dass es diesen angeblichen Gottessohn nie gegeben hatte. Genauso wenig wie seinen Vater.