Es war nicht bei der halben Tasse Blut geblieben. Vermutlich erwachte ich auch deswegen nicht in meinem Bett, sondern in einem meiner Ohrensessel. Wobei meine Beine über eine der Armlehnen hingen und ich den Hinterkopf an eines der Sesselohren gelehnt hatte. Ich rieb mir die Augen, gähnte und streckte mich. Dann machte ich mich auf den Weg vom Wohnzimmer ins Bad. Dabei kam ich direkt an der Tanne vorbei und schimpfte vor mich hin, als ich barfuß in eine Scherbe trat. Scheinbar hatte Henry nicht alle von ihnen erwischt.
Erst, als ich wieder aus dem Bad heraus kam, bemerkte ich, dass die Lichterkette brannte. Hatte ich die gestern noch eingesteckt? Mein Blick wanderte den Baum hinauf. Mein Mund blieb dabei offen stehen. Ich wusste, dass ich unter dem Einfluss von Dämonenblut manchmal richtig seltsame Dinge tat, aber den Baum fertig schmücken? Wie hatte ich das überhaupt hinbekommen? War ich geflogen? Bei meiner Spannweite unwahrscheinlich.
Und welche Geschichte sollte ich Henry erzählen? Dass ich kleines Ding den Küchentisch alleine hierher und wieder zurück in die Küche geschleppt hatte? Dass ich die Katzen dazu dressiert hatte? Ich schüttelte den Kopf. Vermutlich wäre es besser, wenn ich einfach nicht hier war, wenn sie kam.
Die Erkenntnis kam zu spät. Noch bevor ich Zeit gehabt hatte, zu verschwinden, konnte ich hören, wie der Schlüssel im Schlüsselloch der Haustüre gedreht wurde. Kurz dachte ich darüber nach, einfach aus dem Fenster zu flüchten. Doch zu meinem Entsetzen hatte es begonnen zu schneien. Eingesperrt im Weihnachts-Horror-Haus. Ich hätte meinen Urlaub wirklich nicht besser legen können.