Noch immer stand kistenweise Weihnachtsdeko herum. Aber zumindest war die untere Hälfte des Baums jetzt reichlich geschmückt. Während Henry, Elisa und Emil das alles bestaunten, fragte ich mich, wie Henry das alles wieder abhängen würde. Denn ich würde definitiv an diesem Tag nicht da sein. Ich war schließlich nicht wahnsinnig.
„Aber wie machen wir das jetzt weiter oben?“, fragte Elisa und klang dabei ein wenig verzweifelt. Fast so, als würde dieser unfertige Baum bei ihr Zuhause stehen.
„Können Sie hochfliegen und die Kugeln genauso hinhängen wie vorher die Lichterkette?“, fragte Emil und ich seufzte.
„Emil, lass das!“, schimpfte Henry mit ihm. Dann wandte sie sich ebenfalls an mich. „Wie haben Sie denn die Lichterkette da oben hochbekommen? Können wir die Kugeln, auf die gleiche Art aufhängen?“
Ich starrte sie an. Nach einer kurzen Schrecksekunde schüttelte ich den Kopf.
„Ich bin über das Geländer der Galerie geklettert, habe mich daran festgehalten und mich so weit nach vorne gebeugt, wie es ging. Ich bezweifle, dass ich aus der Position auch noch Kugeln oder gar Strohsterne aufhängen kann“, erklärte ich. Es war angenehm, zur Abwechslung mal mit jemanden zu sprechen, der eine Lüge nicht grundsätzlich erkannte, egal wie gut ich sie verpackte. Jemand wie Loki hätte sicherlich noch einmal nachgehakt.
Sprachlos starrte meine Haushälterin mich an. Ihr Blick wanderte kurz zur Galerie hoch, dann wieder zu mir. Auch Elisa sah mich mit einer Mischung aus Unglaube und Fassungslosigkeit an.
„Oma, sie hat doch Flügel!“, erinnerte Emil sie lautstark.
Bei den Göttern, würde jetzt ein Dämon auftauchen, würde ich ihm den Jungen einfach entgegen schubsen!