Hatte ich die Lichterkette bereits nervig gefunden, musste ich nun feststellen, dass sie harmlos gegen den restlichen Christbaumschmuck gewesen war. Wer war auf die Idee gekommen, diese kleinen, fummeligen Haken für zerbrechliche Kugeln zu nutzen? Die Strohsterne hingen an derart dünnen Fädchen, dass ich es mehrfach schaffte, sie beim Auseinanderfriemeln abzureißen. Ich hatte einfach nicht die Geduld für diese Arbeit. Von Lust ganz zu schweigen. Vermutlich wünschte man sich nur besinnliche Weihnachten, weil man für diesen Dekokram wirklich ruhig und gelassen sein musste.
„Wie wäre es, wenn Sie auf die Leiter steigen und ich Ihnen den Schmuck nach oben reiche?“, schlug Henry vor, während ich mit einem weiteren Stern kämpfte.
Wie wäre es, wenn ich einfach dahingehen würde, wo ich hergekommen war und sie mit dem verdammten Weihnachtsblödsinn alleine lassen würde?
Genervt kletterte ich auf die Leiter. Wenn Henry da hochstieg und sich etwas brach, würde ich einen Ersatz für sie brauchen. Eine Haushälterin, die so freundlich, arbeitswillig und gut zu meinen Katzen war, würde ich kaum wiederfinden. Und schon gar keine, die derart gut vegan kochen konnte.
Nach und nach füllte sich der Baum. Zumindest in der unteren Hälfte. Zwischenzeitlich ertönte immer wieder das Klirren einer Glaskugel, die auf dem Boden landete und zerbrach. Wieder einmal klirrte es.
„Die ist heil geblieben!“, rief Elisa. Ich warf einen Blick nach unten und sah, wie die beiden Katzen die Jagd auf die rote Kugel eröffnet hatten. Wieder klirrte es.
„Ich korrigiere: Sie war heil, bis Lucifer sie gegen die Wand geschossen hatte“, seufzte Henry.