Ich betrachtete nochmal von oben mein Werk, dann zog ich mich zurück ans Geländer. Dabei entdeckte ich Lilith und Lucifer, die mir scheinbar interessiert bei meiner Arbeit zugesehen hatten. Prüfend warf ich einen Blick nach unten. Ich hätte jetzt über das Geländer zurück auf die Galerie klettern und dann die Treppe hinuntersteigen können. Stattdessen sprang ich und fing mich mit einem sanften Flügelschlag rechtzeitig ab. Noch während ich mich im Fall befand, hörte ich, wie die Haustüre ins Schloss fiel. Auf Henry und die Kinder hatte ich nicht mehr geachtet. Verdammt!
Ich zog meine Flügel zurück. Emil bog mit glänzenden Augen um den Baum und starrte mich an. Ich hatte gehofft, ich wäre schnell genug gewesen. Sein Blick sagte etwas anderes.
Er trat langsam und mit großen Augen auf mich zu. „Arbeiten Sie für das Christkind?“, fragte er. „Sind sie ein Engel?“
„Beides nein. Und ich darf darüber auch nicht reden“, antwortete ich. Diesmal achtete ich wieder mehr auf die Umgebungsgeräusche, weswegen ich genau hörte, als Henry mit Emilia eintrat.
„Wow!“, rief Henry freudig aus. „Wie haben Sie das nur hinbekommen, Cora?“
„Sie hat ihre Flügel ausgebreitet und ist ganz oft drum herumgeflogen!“, erklärte Emil sofort. Ich begann darüber nachzudenken, wie ich diesen verdammten vorlauten Bengel loswerden konnte, ohne dabei meine Haushälterin zu verlieren.