Ich hätte jetzt einfach die Tür abschließen können. Dann hätte ich meine Ruhe gehabt. Stattdessen stand ich noch immer vor dem Baum. Das eine Ende der Lichterkette in der Hand. Ja, der Raum war groß. Aber so groß, dass ich meine Flügel ausbreiten und den Baum umrunden konnte? Mehrfach? Vermutlich eher weniger. Die sicherste Methode wäre wohl gewesen, den Küchentisch hierher zu tragen und darauf dann die Staffelei zu stellen. Doch dafür hätte ich mir die Arbeit machen müssen, den besagten Tisch herzuholen. Ich entschied mich also lieber für die halsbrecherische Methode.
Ich stieg die Treppe hinauf und kletterte oben auf der Galerie über das Geländer. Eine Hand ließ ich am Geländer, die beiden Füße am Absatz. Dann beugte ich mich so weit nach vorne, bis mein kompletter Arm ausgestreckt war. Tatsächlich erreichte ich jetzt den Baum. Wenn auch nur mit den Fingerspitzen. Ich fluchte vor mich hin, während ich mich nochmal zurück ans Geländer zog. Ich konnte nur hoffen, dass weder Henry noch die Kinder jetzt hereinkamen. Ich breitete meine roten Schwingen aus. Mit dem Dorn an der Oberseite hakte ich mich in dem Geländer ein. Wenn ich mich jetzt streckte, hatte ich nicht nur beide Hände frei, ich kam auch noch problemlos an den Baum. Trotzdem blieb es eine fummelige Arbeit, bis ich die Lichterkette oft genug um den Baum herumgewirbelt hatte und sie endlich von unten erreichbar war. Zumindest mit der Leiter.