Nachdenklich betrachtete ich die Staffelei. Selbst wenn ich ganz oben stehen würde, wäre ich immer noch zu klein, um die Spitze der verdammten Tanne zu schmücken.
„Zuerst muss die Lichterkette dran“, erklärte mir Emil und hielt mir einen Karton entgegen. Zu viert wickelten wir sie ab, wobei die Kinder sie dabei wieder eher verwirrten.
„Steigen Sie auf die Leiter, Cora?“, bat mich Henry und ich seufzte.
„Das wird nicht reichen“, erklärte ich ihr, doch sie schien nicht zu begreifen, was ich meinte. Also kletterte ich auf die Staffelei, um es ihr zu demonstrieren.
„Oh“, sagte sie leise. „Wenn Ihr Mann da wäre-“
„Wäre er genauso zu klein. Wie hoch ist das verdammte Ding? Fünf Meter?“ Ich liebte die hohen Decken des Hauses. Vor allem in dem als von Elisa betitelten Flur. Der Eingangshalle. Darin befand sich zentral eine breite Treppe, die auf die Galerie in den zweiten Stock hinauf führte. Hätten die Aufsteller des Baums mitgedacht, hätten sie ihn näher an die Treppe oder zumindest an die Galerie gerückt. Dann hätte man ihn zumindest von oben aus schmücken können. Doch scheinbar hatten sie den Kasten Bier bereits vor dem Aufstellen geleert. Ich seufzte. Emil begann zu quengeln, dass er nun unbedingt schmücken wollte und seine Oma es ihm doch versprochen hätte. Besagte schien es langsam doch zu bereuen, ihre Enkel mitgebracht zu haben.
„Draußen müssen wir auch noch die Lichterketten dran machen“, jammerte Elisa. „Und es wird schon bald dunkel!“
„Dann fangt doch schonmal draußen an“, murrte ich. Die Kinder sahen sich an und stürmten zur Garderobe. Henry seufzte.
„Wir kriegen das schon noch hin“, versicherte sie mir, dann folgte sie ihren Enkeln nach draußen.